Ägyptologie



Das ägyptologische Institut an der Universität Leipzig ist eines der ältesten seiner Art und umfasst sämtliche Teilbereiche des Faches. Die Inhalte des Studienangebotes erstrecken sich von der späten vor- und frühdynastischen Zeit um 3000 v. Chr. bis ins 1. Jahrtausend n. Chr. So werden auch sämtliche Stufen der altägyptischen Sprache, vom Altägyptischen des 3. Jt. v. Chr. bis hin zum Koptischen der byzantinischen und arabischen Zeit, angeboten. Dieses breite Angebot markiert einen der Schwerpunkte des Hauses, die Philologie. – Als digitale Ressourcen stehen eine Datenbank altägyptischer magischer Texte (Digital Heka) sowie das im Aufbau befindliche Datenbankprojekt zum Lehnwortschatz im Koptischen (Database and Dictionary of Greek Loanwords in Coptic: DDGLC) zur Verfügung. Außerdem beherbergt(e) das Institut die Leipziger Arbeitsstelle der Akademienprojekte “Altägyptisches Wörterbuch” sowie “Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache”, das die Textdatenbank „Thesaurus Linguae Aegyptiae“ entwickelte und kontinuierlich erweitert. Diese weltweit wichtigste digitale Ressource der ägyptischen Philologie kann als ein virtuelles Wörterbuch und eine virtuelle Bibliothek benutzt werden. Virtuell bedeutet, dass die Informationen über die altägyptischen Wörter erst zum Zeitpunkt einer Anfrage aus dem aktuell erfassten Textmaterial nach den speziellen Gesichtspunkten des Fragestellers zusammengestellt werden. Dabei erlaubt es die Datenbankstruktur, die Wörter immer in ihrem Gesamtkontext zu betrachten sowie Fragen philologischer und kultureller Art zu berücksichtigen.

Altägyptische Wörterbücher im Verbund:
Altägyptisch-Koptisch ist die am längsten bezeugte Sprache der Welt (Ende 4. Jt. v. Chr. – ca. 14. Jh. n. Chr. mit Ausläufern in der heutigen Liturgiesprache der Koptischen Kirche). Die heutige philologische Beschäftigung mit dieser Sprache basiert, sprachstufenabhängig, auf dem Wörterbuch der ägyptischen Sprache von Erman/Grapow (Hauptbände 1926-1931), dem Demotischen Glossar von Erichsen (1954) und dem Coptic Dictionary von Crum (1939). Ältere Wörterbücher, die ebenfalls wertvolle lexikographische Informationen enthalten, werden nicht länger wahrgenommen. Im ägyptologischen Teilprojekt des Antrages sollen die wichtigsten älteren Wörterbücher digitalisiert und in einer Datenbankstruktur mit lexikalischen Listen (Altägyptisch, Demotisch, Koptisch, Griechisch, Hebräisch u.a.m.) verknüpft werden, so dass ein Überblick über die enthaltenen lexikographischen Informationen ermöglicht wird. Zusätzlich werden Annotationen vorgenommen, um die aktuelle Wertigkeit der Informationen einzuschätzen und die jeweils angewandten lexikographischen Methoden der Beudeutungsansetzung zu explizieren. Außerdem soll die Möglichkeit der Einbindung von frühen, philologisch-lexikographisch relevanten Zeitschriftenaufsätzen konzeptionell und technisch angelegt werden. Dadurch könnte das Portalprojekt auf lange Sicht zu einer virtuellen Bibliothek der älteren ägyptologischen Literatur ausgebaut werden, deren digitale Verfügbarkeit heutzutage mehr denn je unentbehrlich wird. Schließlich soll die Anbindung an schon existierende digitale ägyptologische Wörterbücher erprobt werden, so dass langfristig gesehen eine Plattform entsteht, von der aus die Lexik der verschiedenen Sprachstufen zentral angesteuert werden kann.

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Mitarbeiter:


  • Dr. Peter Dils

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  • Prof. Dr. Hans-Werner Fischer-Elfert

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  • Prof. Dr. Tonio Sebastian Richter

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  • Dr. Marc Brose

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  • Josephine Hensel

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  • Gunnar Sperveslage

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