Maler Details

Name
Maler B
Wirkungszeit
Hochphase in den 1420er Jahren, aber bis in die 1450er Jahre tätig
Charakteristika

Maler B zeichnet sich durch eine holzschnittartige Präzision und Zurückhaltung in der Strichführung aus. Seine Darstellungen sind daher klar gerissen und weisen wenige, parallel laufende Linien auf, die ohne Unterbrechung und oft doppelt geführt sind.
Die Körper wirken gedrungen und ausladend. Ein leicht kugliger Kopf ruht auf einem kurzen Hals und runden Schultern. In den von Maler B gezeichneten Gesichtstypen findet sich eine stereotype Wiedergabe kindlich-naiver, leicht glotzender Ausdrücke. Charakteristisch sind dabei die unter hochgezogenen Augenbrauen liegenden rundlichen Augen, eine gerade kurze Nase, ein kleiner Mund und meist nach unten hängende, ein Halbrund bildende Wangen. Die Gewänder der Figuren zeichnen sich durch steif zu Boden fallende Stoffbahnen mit parallelen Röhrenfalten aus.
Diese Steifheit spiegelt sich auch im Agieren der Figuren wider, die durch die Eingrenzung ihrer Bewegungen auf das Nötigste holzpuppenartig erscheinen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch eine starre, wie ausgeschnitten wirkende Plattform, welche die Figuren umgibt und der Szene etwas Bühnenartiges verleiht. Figurengruppen agieren weniger miteinander, sondern scheinen lediglich hinter- oder nebeneinander gereiht zu sein.
Dem Element der Räumlichkeit kommt bei Maler B eine besondere Rolle zu: Die kulissenhaften Darstellungen von Architektur und Landschaft versuchen eine Dreidimensionalität zu schaffen, die in der Lauberwerkstatt bis in die sechziger Jahre einmalig sind.
Maler B verwendet oft ein oliv getöntes Deckfarbengrün. Rot- und Ockertöne sowie die Hautfarben wirken oft bräunlich. Außerdem findet sich in Kopfbedeckungen, Gewandteilen, Beinlingen und selten auch in ganzen Gewändern ein sehr kräftiges Rot, das fast ausschließlich von Maler B verwendet wird. Einen großen Anteil in der Farbgebung nehmen die Blautöne ein, was der Gesamtfarbgebung gemeinsam mit den Grüntönen eine gewisse Kühle verleiht.

(Saurma-Jeltsch 2001, Bd. 1, S. 96-98)


Abbildung


Abbildungsnachweis

Solothurn, Zentralbibliothek, Cod. S II 43, fol. 59v; Historienbibel
Werk Handschrift (Blatt)
HistorienbibelCod. S II 43 ( 19,20,23,24,26,30,32,36,56,57,59,61,63,64,68,70,72,82,85,88,
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347,349,366,367,376,378,379,391,395,410,)
Trojanerkrieg (Konrad von Würzburg)ZAMs 37 ( 29/30,43/44,59/60,67/68,87/88,93/94,101/102,107/108,117/118,125/126,135/136,143/144,151/152,165/166,169/170,173/174,179/180,187/188,194/195,202/203,
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Bibel, dt.Cod. Pal. germ. 21 ( 243,244,276,277,288,289,295,296,317,318,1,2,4,5,18,19,37,38,56,57,
70,71,88,89,106,107,145,146,)

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