Mit dem Namen Diebold Lauber verbinden wir einen Schreiber und Handschriftenhändler des 15. Jahrhunderts, der einen „Markenartikel“ (Saurma-Jeltsch, 2001) seriell produziert und verkauft: großformatige illustrierte Manuskripte deutschsprachiger Texte. Er selbst ist für Hagenau nachgewiesen, Straßburg und das Elsass sind der weitere Umkreis dieser Produktionsstätte um Diebold Lauber, die mit einer zweiten Werkstatt personell verbunden scheint, der sogenannten Werkstatt von 1418. Über 90 Handschriften sind aus diesen beiden Zentren der Buchproduktion erhalten. Bis heute ungeklärt und Gegenstand einer intensiven Forschungsdiskussion ist die Frage der Organisation des Werkstattbetriebs. Das Projekt "Diebold Lauber - digital" will hierzu einen Beitrag leisten und versucht, den Werkstattbetrieb neu zu beleuchten. Dazu werden drei die Produktion des Betriebs bestimmende Bereiche untersucht:

Schreiber

Die Organisation der Schreibarbeit in der Lauber­werkstatt und der Werkstatt 1418 konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden. Die Zuordnung und Scheidung von Schreiberhänden in einzelnen Lauber­handschriften und über den gesamten Werkstatt­bestand ist immer wieder Gegenstand von intensiven Forschungs­diskussionen gewesen. Im Rahmen des Projektes sollen die Schreiberhände mithilfe neuer Methoden der Digital Humanities im Gesamtüberblick über die Werkstätten einer neuen Interpretation unterzogen werden.

Maler

Die Illustrationen der Lauber-Handschriften hat Lieselotte Saurma-Jeltsch in ihrer Habilitations­schrift detailliert untersucht und verschiedenen Malern bzw. Malergruppen zugeordnet. Das Forschungsprojekt greift hier auf die Ergebnisse der Arbeit von Frau Saurma-Jeltsch zurück.

Papier / Wasserzeichen

Das in der Lauber-Werkstatt verwendete Papier soll mithilfe der in den letzten Jahren weiterentwickelten Methoden der Wasserzeichen­analyse erneut untersucht werden. Gerade in diesem Bereich sind nicht zuletzt durch das Wasserzeichen-Informations­system Möglich­keiten geschaffen worden, die neue Erkenntnisse im Hinblick auf die Verwendung und Beschaffung des Papiers geben können.


Als Ausgangspunkt der Recherche bietet sich die Gesamtübersicht über alle Handschriften an, einen Überblick über die Funktionen des Portals erhalten Sie im Tutorial. Bitte beachten Sie, dass sich dieses Portal noch im Aufbau befindet und noch nicht alle Daten eingegeben sind.

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Das Projekt "Diebold Lauber - digital " ist Teil des Projektverbundes

WRoTe

Wissensrohstoff Text
und ein Gemeinschaftsprojekt der Älteren Deutschen Literatur und der Informatik an der Universität Leipzig.


Projektpartner:
Besonders bedanken möchten wir uns bei den Handschriftenzentren und -abteilungen der folgenden Bibliotheken und Institutionen, die uns bei der Beschaffung von Digitalisaten und Wasserzeichen unterstützt haben.


Tutorial